Aurangabad
30.10.2008
Wir fuhren mit dem Zug nach Aurangabad und da wir wie immer sehr spaet gebucht hatten sassen wir zwei Abteile auseinander. Es findet sich aber immer irgendeine nette indische Familie, die ein bischen zusammen rueckt, damit wir zusammen sitzen koennen. Kira sass schliesslich neben einer 20jaehrigen Inderin mit der sie sich die halbe Zugfahrt unterhielt. Wir geben uns in solchen Faellen immer als verheiratet aus, da das wesentlich lieber gesehen und akzeptiert ist. Das Maedel, Pooma, fragte sofort, ob wir eine arrangierte Ehe fuehren wuerden und war voellig erstaunt als wir ihr erklaerten dass das in Deutschland nicht ueblich sei. Sie erklaerte Kira auch, sie solle Timor doch schleunigst dazu ueberreden Vegetarier zu werden, Fleisch essen sei schliesslich eine Suende. Pooma war Jain, das ist eine Religion, die sehr naturverbunden ist und weder Fleisch ist, noch Gemuese, das aus der Erde kommt, da man da beim Ernten kleine Insekten toetet, isst. Es war eine sehr nette Zugfahrt und man lud uns gleich ueber Divali (das groesste Fest hier mit Feuerwerk, Geschenken etc.) zu ihnen nach Hause ein, was wir leider ablehnen mussten, da wir zu der Zeit mit Christopher nach Goa wollten.
Wir kamen mitten in der Nacht in Aurangabad an und wurden auf der Suche nach unserem Hotel von einem Strassenkoeter verfolgt, den Timor jedoch sehr effektiv verjagte ![]()
Aurangabad ist ein verhaeltnismaessig grosse Stadt mit 1,5 Mio Einwohnern, so dass wir sehr ueberrascht waren als wir ploetzlich ohne Strom dastanden, stundenlang. Es gibt einen Timetable und jeden Tag die Woche ist, immer zu unterschiedlichen Zeiten, der Strom zwei mal pro Tag fuer mehrere Stunden weg. Gerne auch spaet abends, dann wurden im ganzen Guest House Kerzen aufgestellt, ebenso in den Geschaeften.
Ellora und Ajanta.
Da wir gerne beide Hoehlen an einem Tag besichtigen wollten und man bis nach Ajanta alleine gut 1,5h faehst leisteten wir uns ein kleines Auto (hier immer mit Fahrer, selber Fahren waere Selbstmord), der uns um 7Uhr morgens am Hostel abholte. Wir fuhren zuerst nach Ajanta. Die Hoehlen dort liegen in einer hufeisenfoermigen Steilwand. Es sind buddhistische Hoehlen, 300v.Chr. bis 500 n.Chr in die Felsen gehauen wurden. Wir stiegen zuerst hoch zu dem Aussichtspunkt, von dem aus die Englaender die Hoehlen im 19.Jhr. zufaellig entdeckten. Ein Wahnsinnsblick von dort oben auf die Steilwand, die umgeben ist von gruen einem Fluss mit Wasserfall. Traumhaft schoen!

Blick vom viewpoint
Die Hoehlen an sich sind von innen nicht sooo spektakulaer, es finden sich jedoch einige beeindruckende Malerein und immer der obligatorische Buddha. Klasse war, dass man bei vielen (aber eben nicht allen) Hoehlen seine Schuhe und Struempfe ausziehen musste. Natuertlich hatten wir unsere Wanderschuhe an, so dass wir gut 30mal Schuhe an und wieder auszogen- sehr intelligent von uns.
Nachmittags kamen wir in Ellora an, wo wir uns mal einen Guide leisteten, der sein Geld auch wert war. Die Hoehlen von Ellora sind eher Tempel als Hoehlen und beeindruckenderweise alle aus dem Stein heraus gehauen, von oben nach unten, in Handarbeit, d.h. nur mit Hammer und Meissel. Es gibt buddhistische, hinduistische und Jain- Tempel, die aus unterschiedlichenb Jahrhunderten stammen. Die buddhistischen Tempel aehneln in ihrem Aufbau z.T. Kathedralen, laenglich mit gewoelbter Decke. In einer dieser Tempel liess uns der Guide auf den Boden sitzen und die Augen schliessen. Dann stimmte er meditative Gesaenge an. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, die Toene verteilten sich langsam im ganzen Raum und hallten noch lange nach, wenn er schon den naechsten Ton angestimmt hatte.

Meditation
In Ellora findet sich auch der groesste monolithische Tempel der Welt. Auch er wurde nur mit Hammer und Meissel aus dem Fels gehauen, wobei z.T. meterlange Ueberhaenge entstanden sind, die erstaunlicherweise schon seit Jahrhunderten halten. Es ist ein hinduistischer Tempel, der in unglaublicher Feinarbeit mit Bildern und Geschichten der hinduistischen Goetter geschmueckt und verziert ist.
Wir lernten in Aurangabad Annike und Dannielle aus Frankreich kennen mit denen wir uns auf Anhieb verstanden. Wir entschieden uns mit ihnen zusammen nach Bombay zurueck zu fahren. Gemeinsam mieteten wir ein groesseres Auto und fuhren ueber Land nach Bombay. Es war eine tolle Fahrt, vorbei ein kleinen Doerfern, Tempeln und Baumwollplantagen, die wir uns von unserem Fahrer zeigen liessen. So kamen wir schliesslich auch mal dazu in einer indischen Autobahnraststaette einen Chai zu trinken...

Typischer indischer Lastwagen - Horn * OK * Please







